In der konstituierenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch, den 19. Februar wurde Christine Dünwald, mit 24 von 25 Stimmen wieder zur Bürgermeisterin von Scheibbs gewählt.
Der Vizebürgermeister bleibt ebenfalls unverändert und wird weiterhin von Franz Aigner übernommen. Die ÖVP besetzt mit Vizebürgermeister Aigner, Johannes Hofmarcher, Franz Jagetsberger und Neueinsteiger Martin Luger, der Franz Winter als Finanzstadtrat nachfolgt damit weiterhin vier, die SPÖ mit Hans Huber und Adolf Wagner zwei Stadträte.
Weitere Veränderungen im Gemeinderat:
ÖVP: Franz Winter, August Höllmüller, Reinhard Hackl, Julian Hackl, Franz Raab, Pauline Schagerl und Ferdinand Hader schieden aus dem Gemeinderat aus, neu im Team sind Alena Fallmann, Katrin Ressl, Daniel Aigner, Rudolf Ebner, Martin Luger, Werner Ratay und Martin Wurzenberger.
SPÖ: Martin Zvonik folgt OStR. Prof. Mag. Franz Schneider nach.
Grüne: Robert Teufel folgt Susanne Engelmayer nach.
Den Posten des Umweltgemeinderates übernimmt Robert Teufel (Grüne), den Bildungsgemeinderat Alena Fallmann (ÖVP) und die Jugendgemeinderäte werden von David Pöcksteiner (SPÖ) und Rudolf Ebner (ÖVP) besetzt.
In sieben der acht Ausschüsse verzichtete die ÖVP auf einen ihrer Sitze zugunsten der Grünen. Somit ergab sich folgende Ausschusszusammensetzung: 5 ÖVP, 2 SPÖ und 1 Grüner. Einzig im nur fünfköpfigen Prüfungsausschuss sind die Grünen nicht vertreten. Dort wird Walter Hudl von der SPÖ den Vorsitz übernehmen, daneben sitzen vier Mandatare der ÖVP im Prüfungsausschuss.
Ein Rückblick auf dem Weg zur Landesausstellung, die im Jahr 2015 in Neubruck, Laubenbachmühle und Wienerbruck ausgetragen wurde: Im Jänner 2010 erfolgte gemeinsam mit den 17 Gemeinden und drei Banken der Neubruck Immobilien GmbH die Bewerbung für die Landesausstellung im Jahr 2015 – der Zuschlag erfolgte schließlich am 5. Juni 2012. Im Juli 2012 gab es eine erste Bestandsaufnahme, im September 2012 den 1. Workshop, im März 2013 die Erstellung einer Liste mit den ungefähren Vorhaben und im November 2013 abermals einen Workshop bez. künftiger Marken-positionierung von Scheibbs. Es folgten weitere 30 Workshops mit den BürgerInnen und den verschiedenen Arbeitsgruppen und im Jänner 2014 konnte die Liste mit den geplanten Vorhaben bei Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll eingereicht werden. Im Juni 2014 erteilte das Land NÖ die Freigabe für die Vorhaben und die Finanzierungszusage in der Höhe von 1,1 Mio. Euro. Das war der Start für eine arbeitsreiche und intensive Zeit mit zahlreichen Meetings, Besprechungen, Begehungen, Detailplanungen und Umsetzungs-arbeiten.
Mit Hilfe der vom Land NÖ zur Verfügung gestellten Mittel standen am Ende aber zahlreiche bleibende Infrastrukturmaßnahmen und Projekte, die umgesetzt werden konnten:
Die Errichtung eines neuen öffentlichen WC´s im Bahnhofsgebäude, die Sanierung von Sandsteg, Schulgasse und des Brunnens am Rathausplatz. Die Beleuchtung und Sanierung der Urlingerwarte, die Neubeschilderung der Scheibbser Wanderwege durch den ÖTK, die Renovierung von Töppermausoleum und Töppertorturm im Töpperpark, die Straßensanierung Hochweinbergweg, div. Verschönerungsmaßnahmen wie neue Bänke und Abfalleimer, die Durchführung einer Fassadenförderungsaktion Mithilfe derer 30 Fassaden in Scheibbs verschönert wurden, der Nachbau der 1. Elektrischen Straßenbeleuchtung der Monarchie und Montage in der Hauptstraße sowie die Sanierung der Sandtorgasse, Gaminger Straße und des Geländers entlang der Erlauf. Weiters wurde ein Trinkbrunnen am Erlaufufer errichtet und die Ötscherland Radroute neu beschildert. Zentrales Projekt war die Errichtung der Stadtmole und der Erholungszonen an der der Erlauf – wo völlig neue Freizeitbereiche entstanden.
Umgesetzt wurden auch touristische Projekte wie die Errichtung neuer Infotafeln und die Erarbeitung neuer Tourismusprospekte. Der Scheibbser Stadterlebnisweg wurde zur „Scheibbser Altstadtrunde“ erweitert und bietet nun die Möglichkeit die Scheibbser Geschichte mit der neu entwickelten Broschüre „Scheibbser Stadtbegleiter“ auf eigene Faust zu entdecken. Dafür wurden 49 Stationstafeln und über 20 Wegweiser ausgetauscht bzw. neu montiert.
Aus touristischer Sicht war das Jahr 2015 ein sehr erfolgreiches für Scheibbs. So gab es bei den Nächtigungszahlen von Jänner bis Oktober 2015 im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 34,5 %, in absoluten Zahlen 1037 Nächtigungen. Ein plus, dass den engagierten Privatzimmervermietern und Urlaub am Bauernhof Betrieben in Scheibbs zu verdanken ist. Das Scheibbser Keramikmuseum verzeichnete ein Besucherplus von 50% und hatte Gesamt 2400 Besucher. Es wurden 28 regelmäßige Stadtführungen an den Sonntagen während der Landesausstellung mit 122 Teilnehmern durchgeführt und 30 Gruppenführungen mit Gesamt 750 Teilnehmern. Ein Erfolg waren auch die Flusswanderungen auf der Erlauf von der Firma Ehgartner aus Wildalpen.
Von der Stadtgemeinde wurden auch zahlreiche kleinere und größere Veranstaltungen in Neubruck durchgeführt wie ein steirisch-niederösterreichisches Musikantentreffen mit Radio NÖ, die Austragung der beliebten ORF Sendung „Mei liabste Weis“ mit Franz Posch mit 800.000 SeherInnen und eine Matinee des Kammerorchesters Scheibbs. In Scheibbs selbst war die ÖRF NÖ Sommertour zu Gast, es wurde eine Ausstellung mit Werken von Josef Bramer im Rathaus veranstaltet und vieles mehr. Ein Highlight war auch die Österreich Radrundfahrt mit Etappenziel in Scheibbs (errechneter Werbewert € 200.000,- für Scheibbs). Abgesehen davon wurden 99 ORF-Schaltungen von Scheibbs verzeichnet (Bewerbung der Ausstellung nicht inbegriffen). Die hohe Wertschöpfung und der enorme Werbewert für Scheibbs und die Region sind wirtschaftlich kaum zu beziffern und wären mit normalen Mitteln unmöglich zu erreichen gewesen. Laut Berechnung der Tourismusabteilung hat die Landesausstellung für 30 Millionen Euro zusätzlicher Wertschöpfung gesorgt. Vom gesteigerten Bekanntheitsgrad, der Bindung neuer Gästeschichten und vielen weiteren positiven Aspekten abgesehen.
Ein Überblick über den Stand der Sanierungsarbeiten bei der Töpperkapelle mit Ende 2015: Der Außenbereich der Kapelle wurde im Rahmen der Renovierungsarbeiten des Töpperschlosses mitsaniert. Aufgrund weiterer fehlender Mittel hat sich der Förderverein die Innenrestaurierung der Kapelle zur Aufgabe gemacht. Dank zahlreicher Unterstützer wie Fördervereinspräsidentin KR Waltraud Welser, der Fa. Welser Profile, weiterer Sponsoren und vieler Helfer konnten bisher die Sanierung der Orgel, die Altarkonservierung plus Altarbild, die Instandsetzung und Montage des Kuppelkreuzes, der Einbau einer schmiedeeisernen Tür zum Aufgang der Orgelempore und dank Walter Reiter die Restaurierung der Sakristeischränke abgeschlossen werden. Weiters wurde eine „Engerl-Aktion“, bei der man als „Pate“ die Restaurierung eines der 50 Engerl am Altar unterstützen konnte, sowie div. Veranstaltungen wie Maiandacht, Töpper-Abende, Orgelweihe, Kreuzsegnung und die 14-tägige Orgelmusik mit wechselnden Organisten durchgeführt. Im Jahr 2016 sind neben Veranstaltungen auch wieder bauliche Maßnahmen mit der Restaurierung der Gebetsstühle durch Walter Reiter und der „Speisgitter“-Fresken geplant.
Zum Areal in Neubruck: Das gesamte Areal in Neubruck wurde aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Erste Arbeiten gab es im Herbst 2013 (TöpperPortal), der offizielle Spatenstich erfolgte am 31. März 2014. Das Ziel war im Anschluss an die Landesausstellung ein interkommunales Betriebsgebiet und Dienstleistungszentrum, auch um der Abwanderung im Süden entgegenzuwirken, zu schaffen. Der Ansatz: den Innovationsgeist von Andreas Töpper ins 21. Jahrhundert zu überführen. Zur Nachnutzung: Stand Ende 2015 waren drei erfolgreiche Betriebsansiedelungen zu vermelden: Hydroconnect, Passivhaus Eisenstraße (Holzbau Strigl) und die Backstube der Konditorei Reschinsky.
Im Töpperschloss siedelt sich mit Anfang Jänner 2016 das Büro der Eisenstraße Niederösterreich an. Gute Gespräche laufen zu diesem Zeitpunkt mit der Mostviertel Tourismus GmbH und weiteren Interessenten. Der Coworking-Space (Gemeinschaftsbüros für JungunternehmerInnen) startet im Jänner 2016. Weiters sollen die Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Seminare, Hochzeiten usw. genutzt werden.
Zur Landesausstellung selbst: die Standorte in Neubruck, Laubenbachmühle und Wienerbruck wurde von 280.648 Besuchern an 192 Ausstellungstagen frequentiert. 20 Mio. Euro wurden im Vorfeld investiert. 174 Regionspartnerbetriebe und 15 ÖTSCHER:REICH-Stationen sorgten für einen Qualitätsschub auf Angebotsebene. Das durchschnittliche Nächtigungsplus im Mostviertel zwischen Jänner und August 2015 beträgt 15 Prozent. Die Region um den Ötscher stand im nationalen und internationalen Schaufenster und die Resonanz der Gäste war, nicht nur zur Ausstellung, sondern auch zum Areal und zum Gesamt-Erscheinungsbild in Neubruck sehr gut. Neubruck wurde im Jahr 2015 auch zum Veranstaltungszentrum - 70 kleinere und größere Veranstaltungen mit mehr als 20.000 Gästen haben stattgefunden.
Mit der Unterzeichnung der ÖTSCHER:REICH-Deklaration am 3. November 2015 mit LH Dr. Erwin Pröll soll die Dynamik aus dem Landesausstellungsjahr für die künftige touristische Entwicklung genutzt werden. Initiativen wie das Regionspartnerprogramm, die ÖTSCHER:REICH-Stationen, die ÖTSCHER:REICH-Produkte und Naturvermittler sollen fortgeführt werden sowie die Kooperation zwischen den Talschaften forciert werden. Das Ziel ist eine „Modellregion Ötscher“ zur dezentralen Entwicklung in den Alpen. Ein Lenkungsteam plant bereits nächste Schritte – gefordert sind aber alle Bewohner der Region, um die positiven Entwicklungen, die die Landesausstellung gebracht hat fortzuführen.
Auch abseits der Landesausstellung wurden einige Projekte auf den Weg gebracht - beispielsweise die Kleinkindertagesbetreuungsstätte für Kinder ab 1 Jahr im Schülerheim in der ehemaligen Krankenpflegeschule. Ab März 2016 beginnen hier die Umbauarbeiten. Unter anderem wird mit Hilfe der Scheibbser Landjugend im Zuge des Projekts „Tat.Ort Jugend“ der Außenbereich neu gestaltet.
Weiters ist die Vorstellung des Wohnbauprojekts der Alpenland am Areal des ehemaligen Bürgerspitals mit dem Titel „Gaminger Straße 33“ erfolgt. Es entstehen 15 Wohneinheiten auf hohem Niveau in attraktiver Lage - 5 Wohnungen im bestehenden denkmalgeschützten Bürgerspitalsgebäude und 10 Wohnungen durch die Errichtung eines 3-stöckigen Zubaus an der Ostseite, mit darunterliegender Garage mit 7 Stellplätzen und Einbau eines Aufzugs.
Am 13. Juli ging bei toller Stimmung das 1. Scheibbser Erlauffest mit der Eröffnung des Erlaufhafens mit Stadtmole, Leseinsel, Kneippbecken und Ruhezonen über die Bühne.
Das ehemalige Hotel Hofmarcher im Besitz des russischen Unternehmers Pavel Volkov steht wieder zum Verkauf und wird durch die Stadtgemeinde angekauft.
Von Donnerstag, 07. bis Sonntag, 10. Mai besuchte eine Delegation aus aktiven und ehemaligen Gemeindemandataren von der Partnerstadt Rutesheim die Stadt Scheibbs. Am Programm standen unter anderem ein Besuch der LA-Standorte in Neubruck und Laubenbachmühle, ein Besuch am Hochbärneck, der Bundeshauptstadt Wien sowie beim Heurigen in der Wachau.
Am Freitag den 11., Samstag den 12. und Sonntag den 13. September ging der 12. Scheibbser Hiabstla unter dem Motto „Unter Strom“ über die Bühne.
Das neue EVN-Schaukraftwerk Mühlhof wird eröffnet.
Fast abgeschlossen ist Ende 2015 die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Basis sowie der Kanalbau und der Bau eines Begleitwegs im Saffengraben. Bereits fertiggestellt ist mit dem zweiten Teil der Sanierung der Hochweinbergstraße ein weiteres wichtiges Straßenbauprojekt.
Der Neubautrakt des FF-Haues ist bis auf kleine Restarbeiten fertig. Zusätzlich wurde noch der Altbautrakt thermisch saniert und die Fassade erneuert.
Der Scheibbser Kulturpreisträger Josef Reisinger stellt anlässlich seines 70. Geburtstag unter dem Titel „Resümee“ im Rathaus aus.
Der Kulturpreis für das Jahr 2015 wird an den traditionellen Scheibbser Dreikönigsritt, der seit 1947 von der Familie Krenn (derzeit Alois, Andreas und Klemens Krenn) durchgeführt wird, vergeben.