Schlosserlebnis Neubruck - Töpper, Eisen und Kultur


Das Töpperschloss Neubruck, auch Schloss Neubruck genannt, entstand um 1820 als Herrenhaus auf dem Gelände einer großen Industrieanlage. Es war Teil eines umfangreichen Ensembles, das aus einer Fabrik (Walzblechwerk), einer Kapelle und einem Park bestand.
Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Schloss erst Ende des 19. Jahrhunderts, als es zu einer vierflügeligen Anlage im Stil der Neorenaissance ausgebaut wurde. Das Schloss Neubruck war nie ein klassisches Adelsschloss, sondern vielmehr das Zentrum eines bedeutenden Industriekomplexes.
Der industrielle Aufstieg begann mit Andreas Töpper, der im Jahr 1817 ein altes Hammerwerk in Neubruck kaufte. Er errichtete dort die erste kaiserlich-königliche Eisen-, Stahl- und Walzblechfabrik. Durch seine Innovation im Walzblechverfahren entwickelte sich das Werk zu einem der modernsten in Europa und zum größten Eisenwalzwerk der Monarchie. In den 1860er-Jahren arbeiteten etwa 800 Menschen in der Anlage. Aus der dazugehörigen Arbeitersiedlung entstand schließlich der Ort Neubruck, benannt nach einer Brücke, die Töpper im Jahr 1830 errichten ließ. Zwischen 1831 und 1834 ließ Töpper außerdem eine Kapelle, die sogenannte Töpperkapelle, bauen. Die gesamte Anlage war als geschlossene Einheit gedacht und vereinte Arbeitsplatz, Wohnort und sogar die Grabstätte der Familie.
Nach dem Tod Töppers im Jahr 1872 verlor das Eisenwerk jedoch an Bedeutung und wurde zunehmend unrentabel. Hauptgründe dafür waren veraltete Produktionsmethoden sowie eine überholte Betriebsführung. Im Jahr 1881 kaufte Eduard Musil von Mollenbruck das Werk und wandelte es in eine Papierfabrik um. Diese blieb über mehr als ein Jahrhundert in Betrieb, bis sie 1996 endgültig stillgelegt wurde. Danach verfiel das Gelände zunächst und geriet für einige Zeit in einen sogenannten Dornröschenschlaf. Erst im Jahr 2015 wurde das Areal im Zuge der Niederösterreichischen Landesausstellung umfassend revitalisiert. Seit 2016 wird Schloss Neubruck als modernes Büro- und Dienstleistungszentrum sowie als Kultur- und Veranstaltungsort genutzt.
Heute befindet sich dort auch das Schlossrestaurant „Das Töppers“, das für seine gutbürgerliche Küche bekannt ist. Mit frisch zubereiteten, regionalen Zutaten bietet es klassische Gerichte und legt dabei besonderen Wert auf Qualität und Genuss. www.dastoeppers.at


Treffpunkt: Schloss Neubruck / Dauer: ca. 1,5 Stunden
Preis: € 7,- pro Person (minimale Gruppengröße 10 Personen, maximale Gruppengröße 30 Personen, darüber wird die Gruppe geteilt).
Schulklassen: € 30,- pro Klasse
Anmeldungen im Kulturamt der Stadtgemeinde Scheibbs,
T. 07482 / 42511 - 63, kulturservice@scheibbs.gv.at, www.scheibbs.gv.at