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50 Jahre Heilandskirche Scheibbs


Aktuell


Grundsteinlegung 1964

Die „Pfarrgemeinde A. und H.B. Melk-Scheibbs“ umfasst ein Gebiet von annähernd 1.600 km², annähernd deckungsgleich mit den Bezirken Melk und Scheibbs. Nicht ganz vierstellig ist die Zahl der Gemeindemitglieder. So leben also relativ wenige Evangelische verstreut über ein großes Gebiet. Das erfordert natürlich einen großen zeitlichen Aufwand (z. B. beim Religionsunterricht) und viele gefahrene Kilometer. Gottesdienste finden jeden Sonntag um 10 Uhr in der Melker Erlöserkirche (1959 geweiht), der Scheibbser Heilandskirche (1968 geweiht) und der Schlosskapelle Wieselburg (1983 geweiht) statt. In Gaming finden Gottesdienste im Rathaus vierzehntägig an Samstagen um 17 Uhr statt. Sitz des Pfarramtes ist in Melk. Gottesdienste zu gleicher Zeit an drei Orten sind nur möglich durch den Dienst von Diakonen und Lektoren, pensionierten Pfarrern und Arbeitskreisen. Pfarrer ist Mag. Làszlò Làszlò, Pfarrer im Ehrenamt (= d.h. unbezahlt!) Dr. Frank Hinkelmann.  

Am 25. August 1968 wurde die Scheibbser Heilandskirche geweiht. Bis dahin fanden die Gottesdienste im kleinen bzw. großen Rathaussaal statt, ab 1942 in der Schule. Pläne für den Bau einer evangelischen Kirche hatte es bereits um die Jahrhundertwende gegeben. Erst 1953 konnte man den Baugrund erwerben. 1960 entschied man sich für den Entwurf des Scheibbser Architekten Oskar Scholz. 1963 ermöglichte eine vom Land genehmigte Haussammlung im Bezirk einen großen finanziellen Sprung vorwärts. Der Scheibbser Dechant Kanonikus Kloiber hatte die Pfarrer seines Dekanates gebeten, die Sammlung zu empfehlen – mit großem Erfolg. Es war die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Am 5. Juli 1964 erfolgte die Grundsteinlegung, Bürgermeister war damals Ing. Derfler. Jugendliche aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Griechenland und den USA arbeiteten in mehreren Aufbaulagern tatkräftig an der Errichtung mit. Am 25. August 1968 wurde die Heilandskirche durch den Bischof der Evangelischen Kirche Dr. Gerhard May eingeweiht. Helga Scholz trug ein Gedicht der Scheibbser Lehrerin Jolanthe Haßlwander vor, Raimund Holzer fungierte als Schlüsselüberbringer. Pfarrer Wilhelm Stritar hielt die Festpredigt. Noch waren nicht alle Buntglasfenster des Wiener Akademieprofessors Günther Baszel fertiggestellt, aber der Bau war schuldenfrei!

50 Jahre später: Am 22. Juli 2018 wurde ein Festgottesdienst gefeiert, bei dem in Anwesenheit der Scheibbser Bürgermeisterin, des stellvertretenden Bezirkshauptmanns und zahlreicher Ehrengäste in der übervollen Kirche Gott gedankt wurde. Werner Stritar, der Sohn des damaligen Pfarrers,  nannte in seiner Ansprache die vielen Wunder rund um den Bau: Unfallfreiheit, Schuldenfreiheit, ökumenische Offenheit, Spendenfreudigkeit und 50 Jahre Frieden. Letzteres erinnert an die blutige Besetzung der Tschechoslowakei am 21. August 1968. Er sprach über die Beziehungen der Gläubigen untereinander über alle Grenzen hinweg und zu Gott. Pfarrer Làszlò wiederholte in seiner Predigt die Einladung unseres Heilandes: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“. Bei Musik, einer Agape und vielen, vielen Gesprächen klang der festliche Vormittag aus.