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In der Heimatkunde „verwurzelt“: Zwei Regionen, eine gemeinsame Geschichte


Die lokalen Schauspielgrößen Franz Jagric und Bert Scheiblauer aus Gresten mit dem Filmteam von „Kreativlösung“ von Gerhard Mader (4.v.r.) vor Schloss Stiebar.


Das „VerWURZELt“-Filmteam von Anita Lackenberger (2.v.l.) am Bauernhof Angelsöd in Reinsberg. Fotos: Hans Karner

Eisenstraße. Im Jahr 1648 mussten viele Mostviertler rund um Gresten ihre Heimat verlassen, da sie den „falschen“ Glauben hatten. Sie waren evangelisch. Die neue Heimat wurde ein von Krieg und Pest verwüsteter Landstrich in Bayern: Franken. Die Region rund um Nürnberg sollte zur neuen Heimat der Vertriebenen aus dem Mostviertel werden.

Im transnationalen LEADER-Projekt „VerWURZELt“ arbeiten die Eisenstraße Niederösterreich und ihr deutscher Projektpartner, die Gemeinde Kammerstein, dieses beklemmende Stück Heimatgeschichte gemeinsam auf. In einer Film- und Dialogreihe wird auch das jahrzehntelange ehrenamtliche Wirken der ARGE Familienforschung NÖ-Eisenwurzen & Franken rund um den Grestner Altbürgermeister Hans Karner gewürdigt.

Wie weckt man bei Schülern das Interesse für diese Geschichtsmaterie? Kinder der Neuen Mittelschule in Gresten und der Realschule in Kammerstein in Franken werden zu Hauptdarstellern in einem Dokumentations- und Schulfilm. „Wir erleben in den Schlagzeilen, dass täglich Menschen auf der Flucht sind und um Asyl in fremden Ländern ansuchen. Mit diesem Bildungsfilm über den bedrückenden Alltag und das Schicksal einer religiösen Minderheit wird den Kindern nicht nur Geschichte vermittelt, sie werden auch für das heutige Thema der Migration sensibilisiert“, erklärt Direktor Erich Buxhofer von der Neuen Mittelschule Gresten.

Der Lokalhistoriker Hans Karner beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit der Geschichte der Exulanten, mit der Zusammenführung von Familien in der Eisenstraße und in Franken. Seine Forschungen sind die Grundlage für diese Dokumentationsfilme. Filmemacherin Anita Lackenberger wurde auf seine Forschungen aufmerksam und nahm sich des Themas an. „Die Kinder erleben als Hauptfiguren im Film Unterdrückung und Vertreibung aus kindlicher Sicht und es wird ein dunkles Kapitel unserer Geschichte für Kinder nacherlebbar gemacht“, weiß die Regisseurin. Eine Premiere der Schulfilme ist im Herbst jeweils in Gresten und Kammerstein ebenso vorgesehen wie eine Begegnungsreise der Grestner zu den Kammersteiner Kindern.

 

Neben den beiden Schulfilmen drehte Anita Lackenberger einen Regionsfilm im fränkischen Landkreis Roth, in mehreren Gemeinden der Eisenstraße, auf Schloss Stiebar und am Reinsberger Hof „Angelsöd“, von wo 1657 Matthias Kerschbaum mit Verwandten aus Gresten, Lunz am See und Ybbsitz auswandern musste. Das Ergebnis dieser Aufnahmen wird bei der Premiere des Regionsfilmes „VerWURZELt“ am Samstag, 7. Juli, in der Kulturschmiede Gresten der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Film spiegelt die beiden Regionen Franken und Mostviertel mit ihren Bewohnern sowie die Grundlagenforschung der jeweiligen Lokalhistoriker wider.

Das transnationale LEADER-Projekt „VerWURZELt“ wird aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Niederösterreich kofinanziert.

 

Veranstaltungstipp:

Premiere Regionsfilm „VerWURZELt“

Samstag, 7. Juli, ab 18 Uhr

Kulturschmiede Gresten