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Stadterlebnisweg "Handel im Wandel - Zum Scheibbser Metzen"

Hohlmaß für Getreide: der „Scheibbser Metzen“ - auf dem äußeren, größten Gefäß ist "1M" eingeprägt. Das entsprach 61,5 Litern.

Das von der Renaissance geprägte Stadtbild, die verwinkelten Gassen und behäbigen Bürgerhäuser, die mächtige Pfarrkirche, das daneben liegende Schloss und die Stadtmauer mit ihren Türmen – all das sorgt für eine romantische Stimmung.

Der Name „Scheibbs“ lässt sich aus dem Slawischen ableiten. Schon vor dieser Zeit haben sich Kelten und Römer hier angesiedelt. Die eigentliche Gründung der Siedlung Scheibbs (Scibes) um 1120 geht auf Konrad von Peilstein zurück. 1338 machten die Mönche der nahen Kartause Gaming Scheibbs zum Verwaltungszentrum. 1352 erhielt Scheibbs das Stadtrecht und schon bald blühten Handel und Gewerbe auf.

Das vom steirischen Erzberg angelieferte Eisen wurde in zahlreichen Hammerwerken und Nagelschmieden weiterverarbeitet und als „Scheibbser Eisen“ bis nach Wien geliefert. Im Gegenzug versorgten die drei Proviantmärkte - Scheibbs, Purgstall und Gresten - Innerberg, wie Eisenerz früher hieß, mit verschiedensten Waren. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt durch die Eisen verarbeitenden Betriebe des Gewerken Andreas Töpper einen neuerlichen Aufschwung. 1850 wurde Scheibbs Bezirkshauptstadt. 36 Jahre danach erhellte die erste elektrische Straßenbeleuchtung der Monarchie den Bewohnern einen späten Heimweg. Heute präsentiert sich die Stadt als lebendiges Zentrum im Kulturpark Eisenstraße.


Der Stadt-Erlebnisweg

Mitten durch die malerische Altstadt führt der Erlebnisweg, der Sie in vergnüglicher Weise auf die Spuren des Handels in Scheibbs hinweist. Dass der ein- bis zweistündige Spaziergang durch die Geschichte nicht allzu strapaziös wird, dafür sorgen gemütliche Kaffeehäuser und Gasthöfe, die zum Verkosten von kulinarischen Spezialitäten einladen.

Zum Thema: 1448 erließ Friedrich III. die „Gäuhandelsfreyhait Scheybs“, und ab 1538 mussten alle überschüssigen Lebensmittel aus dem Umkreis von vier Meilen um die Stadt ins ferne Innerberg (Eisenerz) geliefert werden. Umschlagplatz war hierfür der Scheibbser Markt. So stieg der kleine Ort zu einem der wichtigsten Handelsplätze der Monarchie auf. Einflussreiche Eisen- und Provianthändler hatten hier ihren Sitz. Der „Proviant“, der auf der „Dreimärktestraße“ Richtung Erzberg rollte, brachte Wohlstand und Macht. Zeitweise soll der Wert eines „Scheibbser Metzen“ (die Maßeinheit entsprach 61,5 Liter) die einschlägigen Preise des Getreides in der gesamten Monarchie geregelt haben.

Der Stadt-Erlebnisweg beginnt in der Nähe des Bahnhofes an der Erlaufpromenade, wo Sie die schönste Sicht auf Scheibbs und seine Bergumrahmung genießen. Dann spazieren Sie über die Erlauf, in die Altstadt, weiter zum Flecknertor, zum Schloss und schließlich auf den Rathausplatz.


Den Folder vom Stadterlebnisweg können Sie beim Tourismus & Gästeservice der Stadtgemeinde Scheibbs unter T. 07482/42511-63 oder kulturservice@scheibbs.com bestellen.

Der Folder wurde mit Unterstützung des Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland und der Kulturabteilung des Landes NÖ erstellt.


Die Stationen des Stadt-Erlebniswegs:

1 Start - Sandsteg/Erlaufpromenade

2 Bahnhofstraße: „Der Burgerhofwald“

3 Hauptstraße: „Die Dreimärktestraße“

4 Hauptstraße: „Der Markt von Scheibbs“

5 Hauptstraße: „Der Wochenmarkt“

6 Hauptstraße: „Die Proviant- und Eisenhändler“

7 Flecknertor: „Die Stadtbefestigung“ - „Das Flecknertor“

8 Burgerhof-Tor: „Die Stadtentwicklung“

9 Schloss: „Das Schloss“

10 Pfarrkirche: „Die Pfarrkirche“

11 Rathausplatz: „Kartäuserprior P. Stefan Braun“

12 Rathausplatz: „Der Scheibbser Metzen“ - „Die Schützen von Scheibbs“

13 Rathaus: „Der Rat von Scheibbs“

14 Endpunkt - Sandsteg/Gamingerstraße „Der Niedergang des Marktes“ - „Scheibbs heute“